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“Allein wer Jahre lang die Classe dieser Menschen kennen gelernt hat, der wird daß nicht mehr (traurig) finden, in dem der größte Theil es nicht beßer haben will, und sich in diesen Verhältnißen wohl befindet.”[1]

C.F. Schmidt (eventuell Christian Friedrich Schmidt, † nach 1824) war ein Horst, der im frühen 20. Jahrhundert ein Grundstück auf der Prenzlauer Straße 3 -  4 besaß. Diesem Gut waren ein großen Haus und mehrere Ställe zugehörig. Diese vermietete er tageweise an Obdachlose. Im Januar 1820 entdeckten Nachbarn in den Ställen 78 verwahrloste Personen.[2] Eine Gesetzesgebung, die Wohnungslosigkeit unter Strafe stellte und noch nicht formulierte Auflagen für temporäre Schlafstätten, wie sie später im Frauenasyl Anwendung fanden, erlaubten dieses Geschäftsmodell.

Rasch nach Bekanntwerden gründete sich eine Hilftkomitee aus der Nachbarschaft, das Spenden für die 17 Familien sammelte. Auch wurde sich dafür eingesetzt, die Familien vor dem Armen-bzw. Waisenhaus zu bewahren. Einige der Nachbarn kümmerten sich um Anstellungen für die betroffenden Persone, nahmen die Kinder zu sich auf und sorgten letztendlich für die bis dahin größte Spendenaktion Berlins.[2] C.F. Schmidt wurde die weiter Vermietung seiner Ställe untersagt. Daraufhin klagte er und konnte letztendlich erwirken, dass ihm seine Mieteinbußen in Höhe von fünfzehn Taler und acht Groschen am 20. Mai 1820 ausgezahlt wurden. Mindestens bis 1824 vermietete er trotz Verbot seine Ställe weiterhin an Bedürftige.[2]

Bedeutung im ∇

Der spirituelle Flügel der Operation ∇ sieht in C.F. Schmidt den Prototypen des gierigien und boshaften Besitzers, der sich durch den Unbesitz andererer bereichert. Einige Sprechen auch von einem Fluch, der sich durch sein Handeln auf den Namen Schmidt gelegt hätte und eine Erklärung für den Mord an Dorothea Schmidt erklären würde.

Referenzen

  1. Schmähschrift Schmidts gegen seine Mieterschaft in M.-S. Fahr: Pitaval Scheunenviertel. Verlag Neues Leben GmbH, Berlin 1995
  2. 2,0 2,1 2,2 M.-S. Fahr: Pitaval Scheunenviertel. Verlag Neues Leben GmbH, Berlin 1995
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