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"Ich war das begabte Kind, das gespielt und seine Inszenierungen gemacht hat und nicht mitkriegt, wie sich die anderen verbrennen für dieses Theater." – Frank Castorf über seine ersten Jahre als Volksbühnen-Boss


Frank Castorf (*17. Juli 1951 in Ost-Berlin) ist ein Mensch, der vor allem Theaterstücke inszeniert. Er war von 1992 bis 2017 Boss an der Volksbühne. In seiner Regentschaft kam das Haus zu Ruhm und Ehren. Der Streit mit seinem Nachfolger ist Thema in der Posse Ein Haufen Schei*e.


Leben und Werk

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Castorfs Vater übernahm den familiären Eisenhandel im Prenzlauer Berg, in dem er Jalousien und Rollos verkaufte. Als es im PrenzlBerg dann schon nicht mehr hip aber durchaus recht teuer war, musste Werner Castorf das Geschäft nach 123 Jahren schließen, da die Miete ein paar Mal nicht gezahlt wurde.[1] Wenige Monate später starb er.[2]

Frankie selbst machte zunächst eine Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn zum Facharbeiter, diente dann in der NVA und studierte dann Theaterwissenschaft. Wie viele Absolventen dieser Studienrichtung wurde er dann erstmal Dramaturg. Anders als die meisten dieser Profession wurde er dann Regisseur und später quasi-Boss am kleinen Theater Anklam in MeckPomm, verscherzte es sich jedoch mit der Leitung der örtlichen SED-Filiale und wurde outgesourced.[3] Das Label des Enfant Terribles war genau das, was in die Zeit passte und dementsprechend war ihm großer Erfolg in den Jahren verhofft, in dem es mit der DDR so richtig in die Brüche ging und man in das große Wunderland hinter dem Regebogen (BRD) geschleudert wurde, ohne jemals das eigene Haus verlassen zu müssen.


Am 9. September 1988 feierte seine erste Inszenierung im 3. Stock Premiere. Bert Neumann war damals als Bühnenbildner bereits mit am Start.

Als er zum neuen Volksbühnen Boss ernannt wurde, sorgte diese Entscheidung sowohl für Zuspruch als auch Furore. Tatsächlich gab es nicht wenige Skeptiker des Experiments Castorf, die aber nach und nach verstummten und es immer mehr wie Geschnitten Brot für ihn und alle beteiligten lief. Er mauserte sich nach und nach zum Ewigen Boss mit einer treuen Anhängerschaft und hätte sich vielleicht auch noch selbst zum Kaiser gekrönt, wenn ihm irgendwann nicht ein Berufsjugendlicher Musikproduzent einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und ihn Kraft seines Amtes nach 25 Jahren entließ.

Er selbst bezeichnete die letzte Spielzeit seiner Regentschaft als das anstrengendste Jahr seines Lebens[4] und wenn man sich anschaut, welche Kraftanstrengungen in dieser Zeit unternommen wurden, um nochmal viel Theater zu machen und die beleidigte Leberwurst zu spielen, wundert es, dass der Blutdruck eines menschlichen Organismus das mitmachen kann.

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Sein Ziel war es, getreu den Widersachern Napoloeons in Spanien, allein verbrannte Erde am Platz zurückzulassen. Zumindest mit dem OST-Schriftzug und dem Räuberrad klappte das, wenn auch bei Letzterm nur zeitweise.[4] Leider klappte die Sprengung des Theaters damals nicht ganz und auch die Herunterwirtschaftung durch die Besetzung des Hauses durch seine Anhängerschaft wurde nach wenigen Tagen unterbrochen. Kurz nach Beginn der Regentschaft Dercons war er noch sehr froh über den Umstand, dass das Theater nun nur noch ein nackter, toter Bau von schlagender Hässlichkeit[5] sei.


Referenzen

Volksbühne
Bosse Emil LessingMax ReinhardtFriedrich KaysslerFritz HollHeinrich NeftKarl Heinz MartinHeinz HilpertBernhard zu Solms-LaubachEugen KlöpferFritz WistenWolfgang HeinzMaxim VallentinKarl HolànBenno BessonFritz RödelAnnegret Hahn, Marion van de Kamp & Winfried Wagner • Annegret Hahn (2.) • Frank CastorfChris DerconKlaus DörrGabriele Gornowiz & Sabine ZielkeRené Pollesch
Nicht-Bosse Oskar KaufmannErwin PiscatorJoachim GottschalkUrsula KarusseitBert NeumannKathrin AngererSophie RoisMilan PeschelChristoph MarthalerMatthias LilienthalCarl HegemannAnniKa von Trier
Anhängsel Grüner SalonRoter SalonPavillonRäuberradP14
Episoden Bau der VolksbühneVolksbühnen StreitFrauenkongressVolksbühnen-SpektakelEin Haufen Schei*e
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